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Mittwoch, 25. Mai 2011

Pass und Ereignis: Der Stil des FC Barcelona

Pass und Ereignis: Der Stil des FC Barcelona
Am Samstag findet zwischen Manchester United und dem FC Barcelona das Endspiel in der Champions League statt. Von Hans Ulrich Gumbrecht

Vor zwei Jahren standen sich im Finale der Champions League Barcelona und Manchester United gegenüber. Erinnert man sich noch? Barcelona war nur knapp durchs Halbfinale gekommen, durch ein spätes Tor und ein paar groteske Entscheidungen eines norwegischen Schiedsrichters, die Chelsea London den verdienten Sieg genommen hatten. In den ersten Minuten des Endspiels war es erneut die englische Seite, die dominierte. Cristiano Ronaldo hätte gleich bei seinem ersten Ballkontakt dem Spiel eine andere Wendung geben können. Aber dann war es Samuel Eto'o, der sein erstes Endspiel für Barça bestritt, der nach zehn Minuten und einem unwiderstehlichen Lauf das erste Tor schoss, und danach begann Barcelona von Minute zu Minute immer schöner und immer sicherer zu spielen. Und spielte schließlich besser als je eine Mannschaft zuvor gespielt hatte in der Geschichte des Fußballs - schlafwandlerisch, in Verzückung, als könne nie etwas schiefgehen, anstrengungslos, zwingend und bezwingend. Ein Kopfball von Lionel Messi, den ein Zwerg wie er eigentlich gar nicht hatte erreichen können, machte klar, dass diese Perfektion an etwas Ungesehenes heranreichte - einen Stil, den man sich zuvor nicht einmal vorstellen konnte.

Doch was war so neu an der Art dieses Sieges? Die siebziger und achtziger Jahre waren eine Epoche überragender Individualisten: Man denke an den späten Pelé, an Johan Cruyff, Franz Beckenbauer und, vor allem, an Diego Maradona. Anders als ihre heutigen Nachfolger hatten sie genug Raum und Zeit, um den Ball durchs Mittelfeld zu tragen und sich dann zu entscheiden, zu wem sie ihre genialen und "tödlichen" Pässe schlagen wollten. Es war nicht zufällig die Zeit, als die Rolle des "Libero" erfunden wurde, eines Spielers also, der aufgrund seiner Technik sich "frei" von Belästigungen durch gegnerische Spieler halten konnte. Schon während der Weltmeisterschaft in Italien 1990 aber gelang es Maradona nicht mehr, diesen Stil durchzuhalten; zum Spieler des Turniers wurde Lothar Matthäus, ein Mittelfeldspieler mit sehr viel mehr Athletik, Geschwindigkeit, Ausdauer, Kraft.

Im Rückblick erscheint die Ablösung Maradonas durch Matthäus als entscheidender Wendepunkt. Einer aus der alten Zeit notierte damals, das Spiel sei nun zur "Leichtathletik mit einem Ball" geworden. Die Folge war, dass jeder einzelne Spieler immer weniger Zeit hatte, um den Ball zu stoppen und zu passen. Sich nach einem ungedeckten Stürmer umzuschauen war aufgrund des physischen Drucks der Gegner bald völlig unmöglich geworden - es entstand der "One touch"-Stil, bei dem Annehmen und Passen praktisch dasselbe sind. Es kam die Epoche von Zinédine Zidane, in der jeder Ball sofort weiterzuspielen war, so lange, bis eine kleine Lücke in der Verteidigung die Möglichkeit zu einem steilen Pass in den Strafraum bot.

Heute kann es sich kein Spieler mehr leisten, sich nur um eine Position und die entsprechenden Quadratmeter auf dem Spielfeld zu kümmern. Was Inter Mailand in den frühen Siebzigern mit einigen außerordentlichen Verteidigern vorweggenommen hatte, die auch Angreifer waren, und was kurz darauf die holländische Nationalmannschaft mit ihrem "totalen Fußball" anstrebte, wurde jetzt zur allgemeinen Norm. Das ging anfangs zu Lasten der Schönheit. Nur wenige Spieler, wie Ronaldinho in seiner besten Zeit, waren gut genug, den Ball unter diesen Umständen elegant zu spielen. Die Balance zwischen technischen Fähigkeiten und Athletik schien verloren. Der Zufall schien das Spielgeschehen stark zu bestimmen.

Während der Saison 2008/2009 wurde der FC Barcelona die erste Mannschaft in der Geschichte des Fußballs, die genug Spieler hatte, deren Fähigkeiten am Ball mit ihrer physischen Stärke so Schritt hielten, dass der One-touch-Stil gespielt werden konnte, ohne das Spiel dem Zufall auszuliefern. Das Champions-League-Finale von Rom wurde zum Ereignis, weil eine Mannschaft zu sehen war, für die Druck kein Grund war, auf Präzision zu verzichten; ein Team, das überhaupt nur noch Pässe und Torschüsse kannte und auch im eigenen Strafraum nur Pässe spielte; das nur noch den Gegner überraschte, niemals sich selbst; das keine Genies mehr brauchte. Der Gegensatz von Erfolg und Schönheit war beseitigt. Der Fußball hatte fast zwanzig Jahre lang dafür gebraucht, aber jetzt war der neue Stil da.

Diese Wende machte schlagartig wieder deutlich, was Hunderttausende in den Stadions und Hunderte von Millionen an den Geräten anzieht: dass die Begeisterung für Teamsportarten einfach nicht nur darin liegt, das eigene Team gewinnen zu sehen. Was in erster Linie begeistert, ist die ästhetische Erfahrung im vollen philosophischen Sinne des Wortes. Was die Fans sehen wollen, sind schöne Spiele, hervorgebracht von Mannschaften, unwahrscheinliche Schönheit, die das andere Team zu verhindern sucht und die stets zu verschwinden beginnt, kaum dass sie entstanden ist. Umso besser, wenn das zu Toren führt, umso besser, wenn das eigene Team gewinnt. Aber aus der Sicht des Betrachters muss man den Satz umkehren, wonach Schönheit im Spiel allenfalls ein Mittel zum Zweck ist. Im Gegenteil: Wir schauen mit dem größten Vergnügen, wenn der Zweck des Gewinnens zum Mittel eines schönen Spiels wird.

Dafür stand der FC Barcelona in der Saison 2008/2009. Unnötig zu betonen, dass es keine Absicht von Joan Laporta, Pep Guardiola oder ihrer Spieler war, schön zu spielen. Aber der Pragmatismus stellte sich für den Zuschauer in den Dienst der Ästhetik. Dass Barcelona die Lösung gelang, brachte dem Team damals alle drei nationalen und internationalen Titel ein, die in einer Saison möglich sind. Und man gewann sie sehr leicht, kein anderes Team hatte ein Mittel gegen jenen Stil.

Unbesiegbar waren sie nicht, wir hatten das Halbfinale gegen Chelsea schon erwähnt. Sie schienen nur unbesiegbar, vor allem in der Zeit nach dem ChampionsLeague-Titel. Ästhetisch betrachtet, war der FC Barcelona 2009/2010 nicht weniger eindrucksvoll als die Mannschaft der Vorsaison, aber nun gelang ihm der Gewinn der Champions League nicht noch einmal. Und auch wenn Barça im Halbfinale, das er gegen Inter Mailand verloren, besser spielte als in jenem, das er gegen Chelsea gewonnen hatten, lag doch etwas Bezeichnendes in jener Niederlage 2010.

Denn sie erfolgte gegen eine Mannschaft, deren Trainer, José Mourinho, eine spezielle Strategie gegen Barcelonas neuen Stil ersonnen hatte. Sie beruhte auf der Einsicht, dass Barças Prinzip, den Ball in langen Sequenzen von Pässen so lange "einzufrieren", bis eine Torchance herausspringt, durch schnelle Attacken mit Steilpässen verwundbar ist. Außerdem minimierte Inter Mailand die wenigen Chancen, die Barcelona braucht, durch bedingungslose Verteidigung; bedingungslos, weil sie beim Verteidigen so gut wie nie an den nachfolgenden Angriff dachte. Vom Gesichtspunkt der Ästhetik - und dem Barcelonas - aus betrachtet, war es niederschmetternd, wie schnell auf diese Weise dem neuen Stil seine Grenzen gezeigt wurden. Gegen Inter Mailand sah er plötzlich wie Handball ohne Angriffszeitbegrenzung aus, endloses Hin- und Herpassen, endloser Ballbesitz auf der Suche nach einer Lücke in einer Mauer, die ihrerseits gar nichts tut, um an den Ball zu kommen. Nicht einmal der unglaubliche Lionel Messi kam durch diese Mauer, weil immer zu viele Verteidiger vor ihm standen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die spanische Nationalmannschaft, die 2010 Weltmeister wurde, eine in der Abwehr verbesserte Version des FC Barcelona war. Wenig überraschend darum, dass auch dieses Team seine Schwierigkeiten hatte und gegen die Schweiz verlor, die von einem der abgezocktesten Verteidigungsstrategen der Welt, Ottmar Hitzfeld, trainiert wurde. Fast alle anderen Spiele gewann Spanien mit 1:0 in jenem Handball-Stil, der den Angriff als Belagerung praktizierte. Doch nicht eine Minute lang war dieses Spiel so schön wie das von Barcelona im Finale von 2009. Im Gegenteil: Dass Lionel Messi für Argentinien spielte, ließ die Wahrscheinlichkeit, eine Lücke in der gegnerischen Verteidigung zu finden und zu nutzen, weiter zurückgehen. Ein hinreißender Stil war plötzlich zu einem pragmatischen Erfolgsrezept geworden.

Die Aura des Spiels von Barça 2008/2009 ist dadurch nur größer geworden. Und der WM-Titel hat Barcelonas Status befestigt. Den doppelten Erfolg zu erklären, dazu gehören mit Inspiration, Enthusiasmus und Spielrausch Größen, die sich dem Verstand entziehen. Andererseits steht die Ausgeglichenheit des Teams von Barcelona bis heute als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren außer Zweifel. Piqué, Puyol, Xavi, Busquets, Iniesta, Pedro und Messi sind Stars, aber keiner beansprucht eine Führungsrolle. Sie sind untereinander austauschbarer als die Spieler jedes anderen Spitzenteams auf der Welt. Dass ihr Trainer ein Mittelfeldspieler Barcelonas war, der nicht älter ist als seine ältesten Spieler, hat gewiss zu dieser Nutzung von Homogenität beigetragen.

Sollte die Homogenität einer Mannschaft überhaupt eine Kehrseite haben, dann liegt sie in Barcelonas Problem, bedeutende neue Spieler zu integrieren. Man hat diese Probleme mit Thierry Henry gehabt, mit Zlatan Ibrahimovic und selbst Guardiolas zu langes Zögern, den Deutschen Mesut Özil einzukaufen, hängt damit zusammen. Schließlich handelt es sich inzwischen um eine Art katalanische Nationalmannschaft, més que un club, mehr als ein Verein. Das teilt sich selbst den Nichtkatalanen im Team mit. Weltweit haben sich die Medien und die Fans daran gewöhnt, den FC Barcelona als die beste Mannschaft unserer Zeit zu feiern, als eine Mannschaft, an deren Stil alle anderen, auch die Nationalmannschaften, zu messen sind. Bisher hat die zu Ende gehende Saison diesen Status nur bestätigt. Barça gewann die spanische Meisterschaft noch überlegener als in den vergangenen Jahren, Messi hat mehr Tore geschossen als je zuvor, und dass Real Madrid den spanischen Pokal, die "Copa del Rey", geholt hat, gilt zumindest für die katalanischen Anhänger bloß als ein Schönheitsfehler - da es der Mannschaft von José Mourinho im gleich darauf folgenden Halbfinale der Champions League ja nicht gelungen ist, sich mit jener destruktiven Strategie durchzusetzen, die Inter Mailand 2010 zum Erfolg geführt hatte.

Für die Neuauflage des Endspiels von 2009 stellt sich die Frage, ob der Abstand zwischen dem FC Barcelona und Manchester United geringer geworden ist und unter welchen Bedingungen Manchester eine Chance haben könnte. Dass Sir Alex Ferguson, der erfahrenste, ehrgeizigste und wohl auch intellektuell flexibelste Trainer, einfach darauf setzen wird, Barça nicht ins Spiel kommen zu lassen, lässt sich wohl ausschließen. Wer gesehen hat, wie souverän Manchester United seine Führung in der englischen Liga bis zur Meisterschaft vergrößert hat, wie mühelos sich die Mannschaft in den aufeinanderfolgenden Runden der Champions League durchsetzte, der weiß, dass der Herausforderer in der Kombination von Schnelligkeit und Technik noch besser geworden ist. Darüber hinaus verfügt Ferguson über mehr Spieler als Guardiola, vor allem über junge Spieler in der Offensive, die mit und um Wayne Rooney für Torgefahr sorgen können: Chicharito Hernández, Nani, Valencia, Anderson (keiner von ihnen aus den britischen Ligen), um nur einige zu nennen.

Das könnte auch bedeuten, dass Manchester United, wenn die Mannschaft ins Spiel kommt, mittlerweile ein stärkeres Überraschungspotential hat als der FC Barcelona. Darin liegt eine Ähnlichkeit zwischen dem Herausforderer im Champions-League-Finale und der deutschen Nationalmannschaft, die in Südafrika vor einem knappen Jahr so beeindruckte. Aber diese junge Nationalmannschaft ist an Spanien, dem späteren Weltmeister, vor allem wegen der Erfahrung und der physischen Überlegenheit der Spieler aus Barcelona gescheitert.

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Kaube.


Text: F.A.Z., 25.05.2011, Nr. 121 / Seite N3

Mittwoch, 11. Mai 2011

Ai Weiwei - und die Menschenrechtspolitik des Hamburger Senats

Bitte unterstützen Sie den Offenen Brief

An den Senat und die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg
Email an: peterschwan@gamil.com oder helmut-steckel@gmx.de


Städtepartnerschaft mit Shanghai bis zur Befreiung von Ai Weiwei aussetzen!

"China Time" bis zur Befreiung von Ai Weiwei nicht organisieren!

Wir selbst werden bis zur Freilassung von Ai Weiwei nicht mit offiziellen chinesischen Stellen zusammenarbeiten.



Aus Protest gegen die Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei hat die Hamburger Bürgerschaft am 14.4.2011 einstimmig beschlossen:
"(...)Die Bürgerschaft verpflichtet sich:
im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaften und der vielfältigen wirtschaftlichen Beziehungen mit China die Wahrung der Menschenrechte stärker in den Fokus zu stellen und die Kammern um Unterstützung zu bitten."
Und:
„sich bei allen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen in China, insbesondere in Hamburgs Partnerstadt Shanghai, für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation einzusetzen und sich unmissverständlich gegen die massiven Einschränkungen der Menschenrechte in der Volksrepublik China zu positionieren.“

"Stärker " und "unmissverständlich"!

In der Tat waren die bisherigen Reaktionen auf die massiven Menschenrechtsverletzungen in China nicht stark genug und sie waren missverständlich.

Wer immer wieder gerne mit Wirtschaftsdelegationen und im "Kulturaustausch" nach Shanghai reist und staatlich gelenkte Delegationen von dort empfängt, , wer alle zwei Jahre das große kulturelle Festival "China Times" in der Hansestadt organisiert und davon auch nicht ablässt, wenn die vorgetragene Kritik an den brutalen Menschenrechtsverletzungen höhnisch zurückgewiesen wird, der darf sich nicht wundern, dass er als "nicht stark" und als "missverständlich" wahrgenommen wird.
Er verliert zudem seine Würde, wenn er die eigenen Werte und Rechtsgrundsätze selbst nicht ernst nimmt.

In der FAZ am 19.4.2011, heißt es dazu:

„Seit Jahren stützen Unternehmer und Wirtschaftspolitiker die dubiose Führung geradezu selbstvergessen. Sie rechtfertigen dies mit der Bedeutung des Marktes und der Verbesserung der Lage durch die Einwirkung von außen. Doch nicht erst seit Liu und Ai ist klar: Der Wandel durch Anbiederung ist gescheitert. Die unkonditionierten Wohltaten haben das repressive System noch gefestigt. (“Kriecherei in Fernost“)


Wir fordern Senat und Bürgerschaft der Freien und Hansestadt auf, den eigenen Beschluss vom 14.4.2011 ernst zu nehmen und stark und unmissverständlich für Freiheits- und Menschenrechte in China einzutreten!

Keine Kumpanei mehr mit der repressiven Chinesischen Staatsführung und ihren Behörden!

Keine Beteiligung an den Versuchen des Chinesischen Staates mit Kulturveranstaltungen in Hamburg heuchlerische Weißwäscherei und Imagepflege zu betreiben!
Keine partnerschaftliche Zusammenarbeit mehr mit dem Konfuzius-Institut in Hamburg!

Keine Städtepartnerschaft mit Shanghai und die „China Time“ mehr, die nicht zu einer Veränderung für die unterdrückten, verhafteten, gefolterten und drangsalierten Menschen in China führt.

Montag, 30. August 2010

Congreso "3barrios" y El Cabanyal en un periodico suizo

Otro articulo sobre "3barrios" y Cabanyal en el germanófono periodico suizo NZZ
"Traurige Oase der Ruhe
Das Erscheinungsbild von Valencias Jugendstil-Vorort El Cabanyal ist durch eine Autostrasse bedroht"


Traducción Paula Ring y Jannis Heidtke

Un oasis de la tranquilidad muy triste
La imagen del barrio valenciano del estilo modernista El Cabanyal está amenazada por una avenida de coches
A través del barrio valenciano El Cabanyal se quiere construir una grabde avenida de coches. Pero los habitantes resisten. Buscan otros modelos de modernizacion para un barrio, entre otras en Hamburgo y Tokio.


Brigitte Kramer

«Paciencia, pacicencia», ese el consejo que dio el arquitecto de Hamburgo Burkhart Springstubbe sus colegas de la universidad politécnica de Valencia. Fue invitado al congreso internacional El Cabanyal. Esa reunión fue organizada por su colega espanyol a causa de un evento actual. Francisco Herrero no es sólo arquitecto, sino tambien miembro de la plataforma «Salvem El Cabanyal» .
Derribo y especulación

Intenta salvar desde hace anyos el barrio marinero El Cabanyal que está bajo patrimonio nacional. Allí la ciudad quiere construir una ancha avenida hacia la playa. Mas o menos seismil casas serian derribadas y nuevos edificios serian construidos. Springstubbe, quien tambien invitó arquitectos de Tokio a la ciudad quiere elevar el valor de los amigos espanyoles. „Yo les aconsejo de no perder la paciencia. En Ottensen no nos dejamos hundir y hemos seguido luchando“ Los grupos que estaban visitando El Cabanyal han luchado y ganado luchas parecidas. Unos en Ottensen (Hamburgo) y los otros en Mukojima (Tokio). Ambos barrios han mantenido su integridad y son vistos como lugares para vivir favoritos. Mukojima es con sus casas bajitas de madera y jardines una oasis entre rascacielos.

El oasis valenciano está situado a cuatro kilometros del centro de la ciudad- justo al lado del mar. 21 000 personas viven en el Cabanyal, lo que trasladado significa pueblo de cabanyas. Desde finales del siglo 19 el tiempo está parado allí. En esos tiempos surgió un barrio de Valencia de las casitas de barro y canya cual tras poco tiempo se convirtió en un lugar de vacaciones popular entre la alta clase social. Industriales y grandes comerciantes mandaban a sus familias fuera de la ciudad y hacia el mar. Estas vacaciones de verano eran caras: construyeron residencias de un piso con fachadas muy decoradas en un estilo mediterraneo muy dulces y coloridos. Muchas de estas casas aun se ven hoy en dia, aunque están un poco rotas. Hubo un tiempo en el que en el Cabanyal vivían familias de burgueses al lado de marineros. Poco tiempo despues surgieron restaurantes allí y una línea de tram al centro de la ciudad. Grandes hombres de la literatura como Vicente Blasco Ibáñez se dieron cuenta del barrio. Hizo un retrato de la vida allá del anyo 1895 en su roman naturalista «Flor de Mayo». Desde entonces el Cabanyal es un barrio popular sobre el que hay muchas luchas. Una ancha avenida ya estaba planificada en el siglo 19.

El barrio es un patromonio nacional desde el anyo 1993. Existe un plan de restauración cual no fue seguido. Paro y decadencia aun dominan ese barrio que está situado perfectamente entre ciudad y playa. Hasta april pasado. En esa fecha la alcadesa de Valencia Rita Barberá del partido conservativo mandó las excavadoras al barrio. Dice que la avenida grande de la ciudad al mar es para aumentar de cualidad de la vida de los valencianos. Además quiere construir casas nuevas, con vista al mar. Los habitantes luchan contra la construcción de la avenida, el derribo y la especulación. Quieren conservar su barrio y restaurarlo. Pero parar eso necesitan subvenciones y dinero público. Pero la ciudad quiere la innovación. En abril surgió por primera vez violencia por eso, algunos protestantes intentaron parar a las excavadoras y los cuerpos de policia querian quitarles del camino.

Tras esa escalación la corte de Madrid paró todas las obras. Ahora la corte mira si los planes de la alcadesa no van en contra del plan de construcción de 1988. Para el patrimonio nacional en Espanya el responsable es el ministro de cultura. La ministra de cultura espanyola Ángeles González-Sinde, miembro del partido socialista y del gobierno de José Luis Rodríguez Zapatero, viajó tras las escalaciones de abril a Valencia. Le echó en cara a la alcadesa de Valencia que rompe el heredo cultural valenciano. Barberá por su lado hizo la luca mas grande cuando llamó a los demonstrantes y a algunos habitantes del barrio 'un grupo de chicos callejeros' y cuando no quiso darles la bienvenida. La plataforma «Salvem El Cabanyal» ya está esperando doce anyos para una reunión con ella. Barberá dijo que quiere investar 60 millones de euros del dinerno de los pagadores de impuestos para 'derribar y comprar tantas casa como se puede'. Además quiere subastar las casas de 1200 familias para poder prolongar la avenida justo por medio del barrio.

A los chicos callejeros también se cuenta el conocido periodista y poeta lírico Manuel Vicent. Reprocha malas intenciones a Rita Barberá. "Para destruir el barrio, el ayuntamiento desarolló un plan bien pensado: Primero dejó decaer el barrio y no hizó nada en contra cuando las casas fueron ocupados. En conclusión compró las casas decaidas e inhabitables para llenarlas con ratas. Después quitó a los habitantes desmoralizados y llamó hormigoneras y palas. Llegaron hasta el mar, como si siguieron la logica del moderno. Sin embargo lo tenemos que ver con codicia y mal gusto, los dos cualidades que hemos heredado del franquismo."

Tranquilidad en su forma mas alta

Los invitados del congreso El Cabanyal pudieron conocer al estado de barrio. Después de la reunión en la universidad 54 estudiantes, planificadores de ciudad y activistas de alemania y japon ieron a traves de las calles de El Cabanyal. Al andar, debieron que manifestar sus impresiones. Este proceso se llama Mapping y es el primer paso para sanear un barrio. Al final se deben desarollar soluciones para abrir el barrio hacia el mar y mejorar la conexión a la ciudad. "Estas casas emiten una gran tristeza", anotó una escultora japonesa, cuando estuvo en frente de una fachada ruinosa. Y una historica del arte alemana sentía "tranquilidad en su forma mas alta" ahi. Acabó de observar ninyos jugando por la calle.

Donnerstag, 26. August 2010

Offener Brief an GAL-Repräsentanten

Offener Brief
an
die Landesvorsitzende der GAL/Hamburg Katharina Fegebank,
den Vorsitzenden der GAL Bürgerschaftstfraktion Jens Kerstan
und die MdBü Jenny Weggen, Andreas Waldowsky, Michael Gwosdz, Antje Möller, Martina Gregersen und Christiane Blömeke




Werte Repräsentanten der GAL/Hamburg,

ich höre im NDR Hamburg Journal, 22.8., Katharina Fegebank, dass die GAL grundsätzlich das Personaltableau der CDU für den zukünftigen Hamburger Senat grundsätzlich nicht zu kritisieren oder abzulehnen hat.
Ich lese im Hamburger Abendblatt vom 23.8. Jens Kerstan: „Gerade bei uns Grünen hat es viele Persönlichkeiten mit bewegter Vita gegeben. Es steht uns nicht an, über andere jetzt den Stab zu brechen.“ Die anderen zitierten MdBü äußern sich identisch.

Und ich wundere mich.

Meint ihr wirklich, dass DIE GRÜNEN aufgrund ihrer Grundwerte als anti-nationalistische und ausdrücklich gegen extrem rechte Parteien gerichtete Partei nicht mehr in besonderer Weise Sorge dafür tragen müssen, dass die Abgrenzung nach rechts klar und unmissverständlich sein muss?
Meint ihr wirklich, dass z.B. Jürgen Trittin oder Krista Sager – oder - wenn er sich da unbescheiden einordnen darf- der Verfasser wegen ihrer „bewegten Vita“ nicht mehr Front machen dürfen gegen Politiker, die diese unmissverständliche Abgrenzung vermissen lassen und damit eine legitimierende Brückenfunktion für extrem rechte Politik einnehmen?
In dieser Grundsätzlichkeit müssten wir dann eventuell Politikertypen wie Roland Koch wählen, wenn sie, um an die Regierung zu kommen, ein Bekenntnis „zu den Inhalten“ abgelegt hätten.

Ich bitte euch, die verfehlte Grundsätzlichkeit eurer Erklärungen in dieser Frage noch einmal zu überdenken, damit die GAL in dieser Grundsatzfrage nicht einen fatalen Richtungswechsel für DIE GRÜNEN einleitet.

Man kann meinetwegen darüber streiten, ob es sich bei Ahlhaus um „ein wenig Burschenschaft-Geschnupper“ (wie er selbst es launig darstellt) oder um das bewusste Spiel mit dem rechten Rand handelt, mit dem Ahlhaus sich noch als CDU Landespolitiker in Hamburg Karriereoptionen in Heidelberg offen halten wollte. Meinetwegen kann man auch darüber streiten, ob es sich bei Vahldiecks Unterstützung für die Burschenschaft „Corps Irminsul“ um eine einmalige Entgleisung handelt oder ob dort eine für den obersten Chef eines Verfassungschutzes unakzeptable Nähe zur nationalistischen Rechten sichtbar wird.

Nicht streiten kann man darüber, dass die fortgesetzten Spenden von Ian Karan, die er in vollem politischen Bewusstsein mit inhaltlicher, dem Parteiprogramm zustimmender Begründung der SCHILL-Partei und ihren Zerfallsprodukten noch bis 2004 hat zukommen lassen, nicht tolerierbar sind.
Mit einem solchen Senator können grüne SenatorInnen nicht an einem Tisch sitzen und ihn damit rein waschen und die Abgrenzung nach rechts verwischen.

Ich fordere euch dringend auf, zu verhindern, dass Ian Karan Wirtschaftssenator der Freien und Hansestadt Hamburg wird.
Wie immer ihr das hinbekommt.


Peter Schwanewilms
23.8.2010, 10.30

Zusatz, 18.30h
Man kann natürlich Karan auch als politischen Trottel hinstellen, der allem und jedem gespendet hat und eben nicht politisch einschätzen kann, was sich hinter den Abkürzungen SCHILL oder WWL verbirgt. Ob ihn das dann gerade zum Senator qualifiziert...?

Freitag, 20. August 2010

Hamburg: CDU-Ahlhaus trifft auf GAL 1

Es gibt kein Licht am Ende dieses Tunnels

Von Aram Ockert

19.8.2010



Am Ende muss ja nur herauskommen, dass er eine Chance verdient hat. Gerade weil alle Aktivitäten zurzeit immer auch die GAL im Fokus haben, bleibt man daher sehr gerne im Atmosphärischen“, schrieben Peter Schwanewilms und ich in der Begründung unseres Antrages. „(Es) gibt (..) momentan eine große Bereitschaft auf Seiten der Hamburger CDU, der GAL weit entgegen zu kommen“ hatten wir formuliert. Da ist Ahlhaus weniger weit gegangen, als wir es vermutet hätten. Den z.B. von Anja Hajduk angekündigten „Ahlhaus-Bonus“ hat es und wird es nicht geben. Das ist gut so, da die Bedingungen für künftiges, koalitionäres Arbeiten nicht zusätzlich belastet werden.

Am Ende des Tages wird es trotzdem so sein, dass die Partei CDU darauf bestehen wird, dass Ahlhaus „klare Kante“ fährt und die CDU in ihrer christlich, konservativen Ausrichtung auch im Regierungshandeln deutlich wird. Das wird nicht die Abkehr vom Koalitionsvertrag bedeuten, aber mindestens die stärkere Bezugnahme auf im Volk populäre Positionen in der Innen- und Sicherheitspolitik.

Die CDU kann momentan nur mit der SPD eine Machtperspektive bilden und eventuell mit der GAL. Ihre Umfragewerte sind bundesweit schlecht, die der Grünen nur in Hamburg. Hier dümpelt die GAL bei 10 %, während aktuell die Grünen bundesweit beim Doppelten liegen.

Ahlhaus ist ein rechter Haudegen, der seit Mitte des Jahres Kreide gefressen hat und Medientraining bekommt. Bereits davor hat er sich als Pragmatiker der Macht bewiesen, der situationsangemessen Politik machen kann.

Letztendlich ist sein zurzeit hervorstechendstes Merkmal das der Diskursverweigerung. Er formuliert Absichten, die den Erwartungen seiner Zuhörer nahe kommen, benennt minimale Differenzen und gibt sich gesprächsbereit.

Die Diskussion mit ihm ähnelt eher der Plauderei, als einem Ringen um die richtige Position. Seine Grundeinstellung ist: „Das kriegen wir schon hin“. Das ist sympathisch. Vordergründig. Tatsächlich wird so das Politische entpolitisiert, die Dinge von ihrem Inhalt befreit.

Tatsache bleibt, dass Ahlhaus Vormann einer CDU auf Talfahrt ist, der die GAL der Machtperspektive wegen bei Laune halten und von dem die eigene Partei fordert, dass sich die CDU wieder auf den Wählerkern zu bewegt, also nach rechts gehen muss.

Das gleicht der Quadratur des Kreises. Mit dem Herannahen des Wahltermins nimmt der Druck zu und die Möglichkeiten der GAL sich aus der Umarmung der CDU zu befreien, ab.



Christoph olé!

Auf der „Ahlhaus zum Anfassen“ - Veranstaltung gibt Ahlhaus den Ole. Aus Ahlhaus wird Christoph.

Er sorgt sich um den sozialen Zusammenhalt in der Stadt, möchte den Wohnungsbau beleben und die soziale Spaltung überwinden und Ausländer oder solche mit migrantischen Hintergrund integrieren.

Einleitend hat er bereits die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie verkündet.

„Wer, wenn nicht wir könnten das?“ Fragt er und erläutert: „Die GAL mit der stärksten ökologischen Kompetenz und die CDU mit ihrer Kompetenz in Wirtschaft seien aufgerufen, diese beiden Felder miteinander zu versöhnen“.

Dass der kreisende Berg dann nur ein Mäuschen gebiert, als Kordula Leites es genauer wissen will, wen stört`s? Die grüne Basis freut sich an diesem Abend auch über „Green Hospital“ und „car2go“ als Konkretion zur Abwendung der ökologischen Katastrophe.

Überhaupt hat man an diesem Abend den Eindruck, dass GAL und Ahlhaus mehr eint, als nur der Koalitionsvertrag. Dazu trägt auch bei, dass er den Koalitionsvertrag bis auf Punkt und Komma erfüllen möchte und in Hinblick auf die gescheiterte Schulreform vom gemeinsamen Kampf spricht, den man leider verloren habe. Selbstverständlich solle auch die Kultur ihren hohen Stellenwert behalten und dass damit nicht nur die Hochkultur gemeint ist, illustriert er mit Verweis auf den Besuch der HipHop-Akademie gemeinsam mit Farid Müller in der letzten Woche. Überhaupt Farid Müller. Zwar war niemand von der CDU auf dem diesjährigen Christopher Street Day, aber als Erster Bürgermeister ist er das nächste Mal auf jeden Fall dabei.

Bei eher drögen Themen, wie der Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung, versichert er, dass es zu keinen Streichorgien kommen wird. Konkret geht anders, aber das haben ihm die Medienberater gut vermittelt, Absichten zu kommunizieren und auf die eigenen Unkonkretheit selbst zu verweisen: „ich kann Ihnen hier heute keine verbindliche Zusage machen“ ist an diesem Abend ein vielgesagter Satz ebenso wie die Ausflüge ins Allgemeine. „In dieser Koalition ist es uns gelungen unversöhnliche Bereiche zu verbinden“, was er persönlich für ein Reifezeugnis der Demokratie hält. Keine Aussage, aber das Gesagte hört sich gut an.

Ahlhaus kommt an diesem Abend auch deswegen gut rüber, weil er das Offensichtliche selbst anspricht: „Das, was wir bislang bei den Kitas abgeliefert haben, war kein Glanzstück“ und er zieht sich den Schuh, schon ganz Bürgermeister, selbst an: „Kollegiale Fehlleistung“. Überhaupt betont er auffällig oft das Kollegiale. Er nennt sich selbst einen Teamplayer, der keine Entscheidung ins Blaue treffe, sondern stets um Abstimmung bemüht sei und selbst die Richtlinienkompetenz, deren Anwendung er zum Ausnahmefall erklärt, gleichwohl im Einvernehmen anwenden möchte.

Als Bürgermeister möchte er keine Kopie von Ole von Beust sein, aber sie beide eint, dass sie stets für die beste Zukunft für Hamburg gearbeitet haben. Dabei wolle er die Sorgen der Menschen ernst nehmen und auf die Bürger der Stadt zugehen. Kein guter Bürgermeister wäre man, wenn man nicht zu dem stünde, was man gemacht habe. Wer glaubte, nun würde es interessant, sah sich getäuscht.

Schlagende Verbindungen gehören in Heidelberg zur Tradition der Stadt. Die Studenten aus der Ferne suchten Anschluss und ein günstiges Zimmer in zentraler Lage und so kämen sie zur Burschenschaft. Da er, Ahlhaus, in Heidelberg schon über dieses Zimmer verfügte, war er als Student auch nie in einer Verbindung. Erst später im Zusammenhang mit dem Maisingen kam er dann mit den Verbindungen in Kontakt und folgte einige Male der Einladung der Turnerschaft Ghibellinia aufs Haus. 2004 sei er zuletzt dagewesen, weshalb er sich jetzt aus der Liste habe streichen lassen. Alles ganz unspektakulär, so scheint es.

So kann es aber nicht gewesen sein. Konkneipanten oder Kneipschwänze, ein solcher war Ahlhaus, sind keine Gäste sondern eine Art Ehrenmitglieder. Sie sind befreit von der Pflicht zu Mensur, einem streng reglementierten Fechtkampf zwischen zwei männlichen Mitgliedern verschiedener Studentenverbindungen mit scharfen Waffen. Wikipedia erläutert den Kneipschwanz folgendermaßen: Dieser Status dient dazu, besonders interessierte oder verdiente Personen in die Gemeinschaft zu integrieren…Oftmals wird der Konkneipant mit einem Verkehrsgast verwechselt”.

Jeder, der sich mit Verbindungen beschäftigt hat, weiß, dass man sich in dieser Gemeinschaft nicht zu Recht finden kann, wenn man nicht penibel in die Riten und Gebräuche eingeweiht wurde. Vor der „Burschung“ eines Fuchses vergehen i.d.R. zwei Semester, die es braucht, um ihn für die Gemeinschaft fit zu machen. Auch Kneipschwänze nehmen in der Regel Stunden beim Fuchsmajor, um sich auf den Häusern zurechtfinden zu können. Sitzen, Stehen, Trinken (anheben, trinken, absetzen) Sprechen alles folgt festen Regeln. Jeder der Mitglied oder Konkneipant einer Verbindung wird, weiß, dass man aus ihr nicht austritt, dass zu besorgen ist allein Aufgabe des Lieben Gottes. Es gilt das Lebensbundprinzip. Schlimm in diesem Zusammenhang ist nicht der Umstand der Mitgliedschaft in der Ghibellinia, sondern deren Banalisierung, sowohl im Konkretem wie Allgemeinen. Gäbe er seine Mitgliedschaft als Fehler zu, hätte er sich mit dem kritisch auseinandersetzen müssen, was Verbindungen ausmacht: EHRE - FREIHEIT – VATERLAND und der Brückenfunktion ins Spektrum des intellektuellen Rechtsradikalismus.

Beim Punkt, der Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte bei Demonstrationseinsätzen konstatiert Ahlhaus ganz trocken einen Dissens. Interessant war an diesem Abend noch, wie „offen“ aber auch unkonkret sich Ahlhaus auf dem Gebiet der Flüchtlingspolitik bewegt hat. Die Rechtslage des Bundes müsse sich ändern und an die Gegebenheiten anpassen. Flüchtlinge wollen hierbleiben und deswegen sei über Kontingente nachzudenken. Hamburg, als Tor zu Welt könne hier Impulse für den Bund geben. "Wer sich hier illegal aufhält und kein Bleiberecht hat, muss unser Land verlassen", hieß es bei ihm hingegen 2008. Das war wesentlich konkreter aber damit hätte Ahlhaus am 18. August 2010 sein Atmosphärenkonzept gegenüber der GAL selbst ausgehebelt.

Auch das Lob für den Polizeipräsidenten Jantosch fiel so aus, dass es für die GAL hinnehmbar war. Er lobte dessen Führungsstärke, seinen anständigen Umgang mit Mitarbeitern, unterstellte gute Verwaltung und in ihr, den kritischen Dialog.

Zu Links- und Rechtsradikalismus führte er aus, dass im freiheitlichsten Land der Welt weder das Eine noch das Andere tolerierbar sei und daher beiden die rote Karte gezeigt werden müsse. Als Christoph Ahlhaus Ende 2003 die Gedenkfeier für die „Opfer des Faschismus“ als Umtriebe auf dem Bergfriedhof bezeichnet hatte, führte er in seiner Presseerklärung aus: "Was sich da abgespielt hat, ist ein politischer Skandal. Rote Fahnen und Flugblätter haben auf dem Bergfriedhof genauso wenig zu suchen, wie Rechts- und Linksradikale in unserer Stadt." Die Gleichsetzung von links gleich rechts, ist ihm offenbar in die Gene geschnitzt und böse aufgefallen ist es auch nicht sonderlich, denn fast übergangslos begab er sich gedanklich und verbal auf`s Schanzenfest des letzten Jahres. Da hätten die Bewohner des Viertels friedlich gefeiert und die Polizei hat sich gelangweilt. Brennende Barrikaden hätte es kurz gegeben, aber die hätten die Rotfloristen selbst gelöscht und weggeräumt. Keiner wollte Zoff, bis dann Zugereiste aus dem Umland die Wache Lerchenstraße angegriffen hätten. So, ohne den Angriff der Zugereisten, sollte auch das nächste Fest ablaufen, weswegen an einer Lösung gearbeitet wird, die von Senat und Bezirk Altona gemeinsam getragen werden kann.

Der Uni-Umzug ist vom Tisch, der Wechsel des Bürgermeisters während der Wahlperiode ist demokratische Normalität und die Bewaffnung der Polizei mit dem EKA ist noch einmal zu überprüfen. Wie bitte? Die Rücknahme dieser Bewaffnung könne er nicht garantieren, aber man müsse sich die Gutachten noch einmal anschauen.

Worum geht es? Der EKA(Einsatzstock, kurz, ausziehbar) ist ein Teleskop-Einsatzstock mit dem sich mühelos eine Kokosnuss zertrümmern lässt {Deutsche Polizei 2/2007, Seite 25 (Zeitung der GdP)}. Nur, dass der Stock nicht gegen Kokosnüsse, sondern Menschen eingesetzt werden soll. Die Polizei Hamburg wird damit seit Sommer 2009 ausgestattet. Am Ende soll jeder der 8.500 Polizisten einen haben. Schon ein Schlag auf den Oberarm mache den Angreifer angriffs- und kampfunfähig, so dass man nicht mehrmals nachschlagen müsse, weiß der Hersteller den Schlagstock aus Vergütungsstahl hoher Festigkeit zu preisen. Dieser Schlagstock ist gesundheits- und lebensgefährlich, Ahlhaus hatte ihn letztes Jahr als Innovation abgefeiert und sich dabei über Hamburgs Vorreiterrolle bei der Einführung gefreut. Offensichtlich durch diese Frage überrascht, die von Michal Kerneck, einem Chirurgen aus Eidelstedt/Lurup gestellt wurde, kam Ahlhaus hier kurz aus dem Konzept. Vielleicht wurden hier perspektivisch tatsächlich ein paar Demonstrantenknochen gerettet. Es ist zu wünschen.


Was fehlt?

Christoph Ahlhaus hat seine Karriere in der Heidelberger CDU begonnen. Von 1989 bis 2005 war er Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes Heidelberg-Schlierbach und Mitglied im Kreisvorstand der CDU Heidelberg. Besonders aufgefallen ist Ahlhaus dort nicht. Allerdings zeichnete ihn eine große Nähe zu den Verbindungen des Heidelberger Waffenrings, ebenso aus, wie seine Aggression gegen antifaschistisches Gedenken auf dem Bergfriedhof.

Sehr auffällig wurde er im November 2003 durch heftigste Ausfälle in Richtung eines ehemaligen Parteifreundes und ehemaligen Bürgermeister von Heidelberg, Prof. Schultis. Dieser schrieb mir unter anderem: „Für mich war Herr C. AHLHAUS ein „Hardliner“ innerhalb der Heidelberger CDU und Personen, die im Kontakt mit dem „Linken Lager“ standen, waren ihm suspekt. Hinzu kommt, dass ich 2002 aus der CDU ausgetreten bin und auf „Abtrünnige“ kann man leichter einschlagen.“ Die letzte Äußerung bezog sich auf eine Presseerklärung von Ahlhaus, in der eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus zum “Schauspiel” mutierte, “das an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten und für alle Friedhofsbesucher an Allerheiligen eine ungeheuerliche Zumutung” war.

Ahlhaus war seit 2001 Geschäftsführer der Hamburger CDU, 2004 wurde er Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Deswegen fehlen in den veröffentlichten Lebensläufen (außer dem auf der homepage der Hamburger CDU) Hinweise auf den Politikspagat, bis 2005 zugleich in Heidelberg Kommunalpolitik gemacht zu haben.

Im September 2005 wurden Künstler der Initiative TAMM TAMM – Künstler informieren Politiker von ihm als Terroristen beschimpfte („Terror“) und von ihm wütend und schnaufend der Landesgeschäftsstelle im Leinpfad verwiesen. Die Künstlerinnen beschrieben das so: “Es gab kein Zuckerbrot, es gab gleich die Peitsche: Die Lautstärke tat seiner Stimmlage nicht so gut, und so überschlug sie sich unangenehm, roter Kopf, Adrenalinausstoß und Angstschweiß auf der Stirn.

Er schrie was von TERROR gegen ihn und die anderen Abgeordneten, er riss immer wieder den Arm hoch und wies uns die Tür, "RAUS! SOFORT RAUS HIER!" Es folgte noch ein HAUSVERBOT, ach und die POLIZEI wollte er auch noch rufen.

Das war ganz und gar nicht die Sprache, die wir verstehen. Wir stammelten nur irgendwas von einer fragwürdigen Terrordefinition, und versuchten, in normalem Ton mit ihm zu reden und ihm das Buch zu überreichen. Aber Christoph Ahlhaus war schlicht und ergreifend außer sich”.

2006 war Ahlhaus dann ganz in Hamburg angekommen. Er befand: „Der Beitrag der Hamburger CDU zur Bekämpfung des Rechtsradikalismus ist, dass wir uns innenpolitisch so aufstellen, dass rechts von der CDU kein Bedürfnis für eine weitere Gruppierung ist".

21. November 2008: Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus wird am Rande der Innenministerkonferenz in Potsdam von der Flüchtlingsinitiative "Jugendliche ohne Grenzen" zum "Abschiebeminister 2008" ernannt. Die Initiative wählte Ahlhaus, weil er nach ihrer Ansicht die bundesweit schärfste Ausländerbehörde leite und europaweit Sammelabschiebungen organisiere. Ahlhaus zeigte sich wenig beeindruckt: "Wenn die Wahl deutlich macht, dass die Hamburger Ausländerbehörde Recht und Gesetz konsequent durchsetzt, werte ich dies durchaus als Kompliment", erklärte der Senator. Er betonte: "Wer sich hier illegal aufhält und kein Bleiberecht hat, muss unser Land verlassen."

24.11.2008. Innensenator Christoph Ahlhaus kritisiert die Haftentlassung Christian Klars in einer Presseerklärung. Dort heißt es u.a.: „Ich bedaure ausdrücklich, dass der zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte RAF-Terrorist Christian Klar aus der Haft entlassen wird. Dass sich ein solch gewissenloser Gewaltverbrecher... wieder in Freiheit befindet, ist unerträglich – nicht nur für seine Opfer und deren Angehörige, sondern auch für unsere Gesellschaft, die er rücksichtslos bekämpft hat. Ich werde die Hörfunk- und Fernsehanstalten in einem Brief auffordern, Herrn Klar nicht auch noch in Talkshows und Interviews ein Forum zu bieten, um seine linksradikalen, aggressiven Angriffe gegen unseren Rechtsstaat öffentlich vor einem Millionenpublikum erneuern zu können”.

17. Januar 2009: Innensenator Christoph Ahlhaus hat seine Forderung nach Bundeswehreinsätzen in Deutschland wiederholt. Auf dem Neujahrsempfang der Führungsakademie der Bundeswehr und des Landeskommandos in der Blankeneser Clausewitz-Kaserne sagte er, dass er im Falle einer Bedrohung von Terroristen, bei der das Leben Tausender Menschen mit militärischen Waffen bedroht wäre, nicht zögern werde, die Bundeswehr um zu Hilfe bitten.

Im September 2009 versuchte Ahlhaus den Steuersatz auf die Einnahmen der Spielbanken deutlich zu senken. Das Vorhaben scheiterte, weil die CDU – Fraktion in das Vorhaben nicht eingebunden war und vielleicht auch deshalb, weil einer der Hauptprofiteure, John Jahr jr., der Chef von Simone Ahlhaus gewesen wäre. Dieser ist nämlich nicht nur geschäftsführender Gesellschafter der Dahler & Company Group GmbH, sondern auch der Spielbank Hamburg (Spielbanken-Beteiligungsgesellschaft Jahr mbH & Co. KG, Hamburg).

Kurz danach ließen sich Christoph und Simone Ahlhaus vom Chauffeur im Dienstwagen durch Paris fahren. Dabei versäumte er es, die Fahrten privat abzurechnen. Er musste 1189 Euro nachzahlen.

Im April 2010 wird bekannt, dass Ahlhaus seine Villa an der Elbchaussee für eine Million Euro sicher herrichten lassen möchte. Ebenso auf Kosten des Steuerzahlers, wie zuvor schon die Absicherung seiner Wohnung in Heidelberg, die er für 200.000 EUR sichern ließ..

Seit Mitte 2010 hört man von Ahlhaus dann nur noch moderate Töne oder solche, die zumindest die GAL – Fraktion nicht verstören (siehe Sicherungsverwahrungsdebatte).

Aram Ockert
19.08.2010